Nach aussen wirkt unser Leben normal.
Doch ein Kind hat seinen Papa verloren. Ein Vater ist gestorben.
Und das verändert alles.
Trauer zeigt sich nicht nur in grossen Momenten,
sondern in den kleinen Dingen des Alltags.
In Routinen.
In dem Platz, der leer geblieben ist – und es auch bleibt.
Trauer ist oft leise.
Sie zeigt sich in einem gekochten Essen.
In Ordnung.
In einem „Beeil dich, sonst kommst du zu spät“.
Im Weg zur Schule, zum Sport.
In allem, was Papa war.
Mein Sohn vermisst seinen Vater. Jeden Tag.
Ein Kind trauert anders als Erwachsene.
Ich schaue meinem Sohn zu.
Und noch immer fühlt es sich unwirklich an.
Trauer braucht Zeit.
Dieses Jahr war ein Jahr des Funktionierens.
Als Witwe.
Als alleinerziehende Mama.
Als Unternehmerin.
Ein Jahr ohne Pause.
Augen zu und einfach durchhalten.
Ein Jahr der Erschöpfung.
Ein Jahr der Verzweiflung.
Und gleichzeitig ein Jahr der Entdeckung neuer Kräfte.
Überleben und Weitergehen gehören oft zusammen.
Ein Jahr MaPi – Mama und Papa in einem.
Trauer hatte oft keinen Raum,
weil zuerst ein Kind gehalten werden musste,
das sich verschliesst
und eine Welt nicht mehr versteht.
Es war ein Jahr der Begleitung seiner Trauer.
Ein Jahr der Dankbarkeit für die Menschen,
die uns getragen und unterstützt haben.
Und ein Jahr der Erkenntnis,
was wirklich wichtig ist.
Trauer verändert den Blick auf das Leben.
Nach aussen scheint es,
als würden wir ein normales Leben führen.
Aber wir trauern.
Still.
Tief.
Echt.
Denn unser Leben ist nicht mehr dasselbe. 🤍

